Interview: Jagdblogger Christian Teppe im Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden Andreas Alfred Brandt
Wildtiere im Visier des Mähers: Wie Jäger Leben retten
Es ist Mai, die Wiesen stehen hoch und saftig grün – und für Rehkitze, Feldhasen und bodenbrütende Vögel beginnt die gefährlichste Zeit des Jahres. Sobald die ersten Mähmaschinen anrollen, verwandelt sich das vermeintliche Paradies in eine Todesfalle. Tausende Jungtiere sterben jährlich qualvoll unter den Messerbalken. Wer steht ihnen bei? Oft sind es Jäger und freiwillige Helfer, die in den frühen Morgenstunden alles geben, um diese Katastrophe zu verhindern.
Genau darum geht es im neuen Interview von Christian Teppe mit Rechtsanwalt Andreas A. Brandt, 1. Vorsitzender der Deutschen Wildtierrettung e. V. .
Das Gespräch wurde auf dem Deutschen Jagdrechtstag 2025 in Wien aufgezeichnet und ist seit dem 13. November auf YouTube zu sehen:
Was im Video besprochen wird
Jährlich werden Zehntausende Wildtiere beim Mähen getötet oder schwer verletzt. Landwirte sind rechtlich in der Pflicht, die von ihnen geschaffene Gefahr zu beseitigen (§ 17 BNatSchG i. V. m. Tierschutzgesetz). In der Praxis übernehmen jedoch über 600 ehrenamtliche Rettungsteams diese Aufgabe – größtenteils Jäger und Naturfreunde. Moderne Technik (Drohnen mit Wärmebildkameras) macht die Suche schnell, präzise und stresst die Tiere kaum. 2024 wurden allein bei den Rehkitzen etwa 50.000 Tiere allein in 2023 erfolgreich geborgen und nach dem Mähen wieder ausgesetzt.
Erfolgreiche Kooperationsmodelle
Niedersachsen plant eine Informationspflicht, Hessen erlaubt den kontrollierten Drohneneinsatz auch in Naturschutzgebieten. Jeder kann mitmachen – egal ob Jäger, Nicht-Jäger, Jung oder Alt. Eine Registrierung in der Jungwildretterdatenbank über unser Registrierungsformular genügt.
Andreas A. Brandt betont: „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um gemeinsame Verantwortung. Landwirte, Jäger und Helfer – wir sitzen alle im selben Boot.“
Das Video zeigt eindrucksvoll, wie praktischer Naturschutz aussieht: früh aufstehen, zusammen anpacken, Leben retten – und dabei Vorurteile abbauen.
Wer selbst aktiv werden möchte, findet sein nächstes Team ganz einfach über die Kartensuche auf unserer Website. Wir freuen uns über jede Unterstützung – ob als aktiver Retter, Spender, Pate oder Multiplikator.
Denn jedes gerettete Kitz ist ein Beweis: Gemeinsam können wir mehr erreichen, als Gesetze allein je könnten.
(Video: Christian Teppe, 13.11.2025)
