Landwirte und Jägerschaft handeln zur Frühjahrsmahd verantwortungsvoll


Mit dem ersten kräftigen Wachstum auf Wiesen und Grünland beginnt in diesen Tagen auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben die Ernte des ersten wertvollen Futters. Für Milchviehhalter, Rinder- und Pferdebetriebe ist diese Mahd ein entscheidender Termin im Jahr: Nur zum richtigen Zeitpunkt geerntetes Futter sichert Qualität und Versorgung. Gleichzeitig werden Wiesen und Feldränder jetzt vielerorts zur Kinderstube der Natur.
Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter wie Feldlerche oder Kiebitz suchen im hohen Gras Schutz für ihren Nachwuchs. Genau darin liegt während der Frühjahrsmahd eine besondere Herausforderung: Viele Jungtiere vertrauen auf ihre Tarnung und verharren regungslos im Bestand.
Wildtierschutz ist Teil guter landwirtschaftlicher Praxis
Immer mehr Landwirtinnen und Landwirte planen deshalb Schutzmaßnahmen ganz selbstverständlich in ihre Arbeitsabläufe ein. Mähtermine werden frühzeitig mit den Jägern abgestimmt, Flächen vorbereitet und die Bewirtschaftung an die Situation vor Ort angepasst.
„Wildtierrettung ist Teil einer modernen und verantwortungsbewussten Landwirtschaft“, sagt Marco Gemballa, Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Unsere Betriebe arbeiten mit hoher Professionalität und großem Einsatz daran, Ernteerfolg, Tierwohl und Artenschutz miteinander zu verbinden.“
Zusammenarbeit und Technik stärken die Betriebe
Besonders Wärmebilddrohnen ermöglichen es, Grünlandflächen schnell und gezielt vor der
Mahd zu kontrollieren – ein großer Fortschritt für die Praxis. In Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Jägerschaft ein starkes Netzwerk ehrenamtlicher Rettungsteams entstanden. Im Jahr 2025 konnten so
knapp 3000 Rehkitze, 80 Junghasen, 40 Rotwildkälber und 40 Damkälber vor dem Mähtod bewahrt werden. Hinzu kamen zahlreiche gerettete Gelege von Feldlerche, Stockente, Kranich und Fasan.
2021 waren erst vier spezialisierte Drohnenteams im Einsatz. Inzwischen sind es 41 Teams in allen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Teams haben in der vergangenen Saison 40 000 Hektar Grünland abgesucht.
„Diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und freiwilligen Helfern im Tier- und Artenschutz sein kann. Die Jungwildsuche mittels Wärmebilddrohne während der Frühjahrsmahd hat sich dabei im Vergleich zu herkömmlichen Vergrämungsmethoden als effektivste und zugleich sicherste
Maßnahme erwiesen“, erklärt Jan Grundmann, Pressesprecher des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Vorstandsmitglied der Deutschen Wildtierrettung. „Wo Betriebe frühzeitig informieren und Flächen organisieren, können Helfer gezielt unterstützen.
Es würden jedoch noch viel mehr solcher Rettungsteams benötigt, werben Jan Grundmann und Marco Gemballa für neue Mitstreiter. Der Appell von Bauernverband und Landesjagdverband richtet sich daher an alle landwirtschaftlichen Betriebe, sich bei der Deutschen Wildtierrettung zu registrieren – auch wenn sie bereits mit eigener Drohne arbeiten. Das verbessere die Koordination, ermögliche politische Unterstützung und erhöhe die Wirksamkeit von Förderprogrammen.
Landwirte können zusätzlich helfen, indem sie frühzeitig ihre Mahdtermine bekannt geben, sich finanziell beteiligen – etwa mit einer Patenschaft über die Deutsche Wildtierrettung für örtliche Teams – oder selbst in eine Drohne investieren.
Kontakte zu den lokalen Drohnenteams und Infos zu den Patenschaften finden Landwirte und Jäger über die Internetseite der Deutschen Wildtierrettung (www.deutschewildtierrettung.
de) sowie über die Kreisjägerschaften.
KONTAKT:
Bettina Schipke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern
Trockener Weg 1b
17034 Neubrandenburg
Tel.: 0395/43092-12
E-Mail: schipke@bv-mv.de
Jan Grundmann
Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern
Pressesprecher
Forsthof 1
19374 Parchim OT Malchow
Tel.: 03871/63120
E-Mail: grundmann@ljv-mv.de
